Über die Kastration der musikalischen Ausdrucksweise

„Über die Kastration der Musik“
Diesen Beitrag möchte ich all denjenigen widmen, die mit Leidenschaft,Hingabe,viel Zeitaufwand,
noch mehr Geduld – ihre Kindheit, ihre Jugend, ihr Leben für die Musik; nicht opferten, aber zumindest:
tauschten.
Es gab viele, die meinen Artikel „über die Analphabetisierung der Musik“ arrogant fanden, mich inbegriffen.
Beides ist anmassend-sich Musiker zu nennen, ohne Noten Lesen und Schreiben zu können,
und diejenigen, die es nicht beherrschen, als „Nichtmusiker“zu beschimpfen.
-doch darum ging es nicht. Es ging um den Transport der Werke Mozarts, Beethovens etc. in die Zukunft.
Dazu ist die Notenschrift unumgänglich.
Und darum, dass ein Instrument nicht nach 3 Monaten gespielt werden kann.Nicht mal halbwegs.
Wer ein paar Akkorde hämmern kann, evtl.ein paar Melodien nachspielen kann,
wer also des Notenlesens-und Schreibens nicht mächtig ist-ist ein musikalischer Analphabet.
Dies soll nicht abwertend gemeint sein. Andere Faktoren, wie Spass haben oder Emotionen zu erzeugen
sind genauso wichtig, auch die Tanzbarkeit, mit das Wichtigste in der Musik.
Auch können musikalische Analphabeten schöne, gute, wert-und sinnvolle Musik produzieren.
Beispiel: Beatles.
Nur : hätte Paul McCartney (Bsp.)zu Mozarts Zeit gelebt, wäre er inzwischen vergessen, weil er sein Werk nicht hätte für die
Nachwelt aufschreiben können. Oder andere, die es hätten können, hätten es ihm geklaut ( z .B. Haydn, der alte Dieb).
Nach seiner eigenen Aussage hätte er auch gerne Noten lesen gelernt, als Kind.

Seit mittlerweile Jahrzehnten gehts auch andersrum : Komponisten ohne Notenkenntnisse lassen von Notenschreibern
ihre Werke als Partitur veröffentlichen.Das bietet diesen ein gutes Zusatzeinkommen.
Dank der Konservierung auf Tonträgern etc. kann in vielen Bereichen auf Notenschreiben/lesen verzichtet werden,
diese ermöglicht das Nachspielen über das Gehör. Anstrengender als Notenspielen allemal.
Diese Konservierung hat aber inzwischen Ausmasse angenommen,welche mich zu folgender Provokation hinreissen lässt :

Die Kastration ist zwar ein med./biolog. Begriff, aber meiner Meinung nach durchaus anwendbar,
schaut man auf neue Trends ( Youtube ), bei denen der Musizierende farbige Punkte und Streifen auf eine Tastatur
fallen sieht,oder ein Griffbrett-und dann entsprechend drücken soll, erachte ich diesen Begriff als passend.
Das Spielen ist beraubt um : a.) Ausdruck
b.) sämtliche technische Errungenschaften ( Fingersätze, Handhaltung, Atmung )
c.) Dynamik
d.) theoretische Grundlagen

Sehr unerregend, welche Ideen sich mit Hilfe des Netzes entwickeln und verkaufen lassen.
Der Beweggrund für diesen Artikel war ein Opfer dieses Trends, dem ich kaum helfen konnte, zu spät.
Sollte jemand allen Ernstes ein Instrument spielen lernen wollen, kostet dies Zeit, und Geld.

Grüsse,
gutes 2018
Alwin

 

Alwin Bazinek

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